Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor: Einblicke in die Strategie von Bausch + Ströbel

Nachhaltigkeit ist in vielen Unternehmen ein großes Thema – doch bei Bausch + Ströbel ist sie weit mehr als ein Schlagwort. Das Unternehmen, das sich als Spezialist für Abfüll- und Verpackungsanlagen in der pharmazeutischen Industrie etabliert hat, setzt bereits seit Jahren auf nachhaltige Maßnahmen. In einem Interview mit den beiden Sustainability Manager*innen Alexandra Schöppler und Dr. Sebastian Östreicher erhielten wir spannende Einblicke in ihre Strategie, Herausforderungen und Zukunftspläne.
Was sind die Hauptgründe, dass Nachhaltigkeit bei Bausch + Ströbel langjährige Tradition hat?
Nachhaltigkeit ist für Bausch + Ströbel kein neuer Trend, sondern tief in der Unternehmensstrategie verankert. Durch unsere starke regionale Verankerung war das Thema schon lange präsent – oft, ohne dass es bewusst als Nachhaltigkeitsstrategie bezeichnet wurde. Zum Beispiel das Sponsoring lokaler Sportvereine oder eine großflächige Photovoltaikanlage auf dem Unternehmensparkplatz – eine Maßnahme, die in der Region früh für Aufmerksamkeit sorgte.
Wir haben vieles schon gemacht, bevor es EU-Initiativen dazu gab. Diese vorausschauende Haltung zahlt sich heute aus: Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Wettbewerbsfaktor, sondern stärkt zum Beispiel unser Image auf dem Arbeitsmarkt.
"Mit über 50 Auszubildenden pro Jahr und einem modernen Ausbildungszentrum gilt Bausch + Ströbel als einer der attraktivsten Arbeitgeber der Region."
Dr. Sebastian Östreicher
Im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit lebt Ihr starke Praktiken. Welche würdet Ihr da besonders hervorheben?
Neben ökologischer Nachhaltigkeit spielt auch die soziale Verantwortung eine große Rolle. Dank eines starken Betriebsrats und tarifgebundener Löhne herrscht eine transparente und faire Vergütungsstruktur. Benachteiligung für gleiche Tätigkeiten ist bei uns dadurch so gut wie ausgeschlossen.
Auch die Förderung junger Talente hat Priorität. Mit über 50 Auszubildenden pro Jahr und einem modernen Ausbildungszentrum gilt Bausch + Ströbel als einer der attraktivsten Arbeitgeber der Region. Unsere Azubis werden fast alle übernommen, außer sie entscheiden sich für ein Studium oder eine Weiterbildung.
Welchen Fahrplan verfolgt Bausch + Ströbel, um Klimaschutz erfolgreich umzusetzen? Welche Rolle spielen zum Beispiel wissenschaftsbasierte Klimaziele bei Euch?
Klimaschutz ist für uns ein wichtiges Anliegen – auch, weil es von Kunden zunehmend gefordert wird. Unsere Kunden erwarten von uns, dass wir uns zu Science-Based Targets (SBTi) verpflichten. Seit Anfang des Jahres ist Bausch + Ströbel offiziell Teil dieser Initiative. Wir sind zurzeit dabei unsere CO₂-Bilanzierung für 2024 abzuschließen, um konkrete Ziele zur Validierung einreichen zu können.
Aber auch Biodiversität ist ein zunehmend wichtiger Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Durch Begrünungsprojekte, wie die Analyse und Aufwertung von Außenflächen oder der Bepflanzung der Dachterrasse mit heimischen Pflanzen, wird nicht nur die Umwelt gestärkt, sondern auch das Wohlbefinden der Mitarbeitenden gefördert. Wir freuen uns, dass wir in nur einem Jahr so schnell in die Umsetzung gehen – mit Budget hinterlegt und mit echtem Impact. Trotzdem wissen wir, dass wir da erst am Anfang stehen.
"Ohne Unterstützung durch Zukunftswerk wäre es schwierig gewesen, den straffen Zeitplan einzuhalten und gleichzeitig alle relevanten internen Stakeholder einzubinden."
Alexandra Schöppler
Wie waren Eure Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Zukunftswerk?
Die Zusammenarbeit mit Zukunftswerk haben wir als äußerst positiv und unterstützend erlebt. Da wir beide noch relativ neu im Unternehmen sind, war es für uns wichtig, eine klare Struktur und fachliche Unterstützung für die Umsetzung der CSRD-Anforderungen zu haben. Zukunftswerk hat uns dabei nicht nur methodisch begleitet, sondern auch praxisnahe Lösungen angeboten.
Besonders wertvoll war die Unterstützung bei der Wesentlichkeitsanalyse. Die strukturierte Herangehensweise hat es uns ermöglicht, effizient und zielgerichtet vorzugehen, ohne unsere internen Ressourcen zu überlasten. Auch unsere Kolleginnen und Kollegen haben die Zusammenarbeit als sehr angenehm empfunden – sei es in den Interviews oder bei der gemeinsamen Erarbeitung der Schwerpunktthemen.
Ohne Unterstützung wäre es schwierig gewesen, den straffen Zeitplan einzuhalten und gleichzeitig alle relevanten internen Stakeholder einzubinden. Die Erkenntnisse aus der Wesentlichkeitsanalyse können wir jetzt nutzen, um unsere Nachhaltigkeitsmaßnahmen gezielt auszurichten. Jetzt fokussieren wir uns darauf, Nachhaltigkeit messbar zu machen und unsere Bemühungen mit klaren Kennzahlen und Zielen zu hinterlegen.
"Für uns ist Nachhaltigkeit nicht nur eine berufliche Aufgabe, sondern ein persönliches Anliegen."
Alexandra Schöppler und Dr. Sebastian Östreicher
Wie würdet Ihr die Erkenntnisse aus der Wesentlichkeitsanalyse aus einer übergeordneten Warte bewerten? Was war überraschend? Wo erkennt Ihr noch Herausforderungen?
Wir wussten, dass Nachhaltigkeit unseren Mitarbeitenden wichtig ist – aber wie stark das Thema tatsächlich im gesamten Unternehmen verankert ist, hat uns beeindruckt. Diese hohe Identifikation zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur von der Geschäftsführung vorangetrieben wird, sondern auch aus der Belegschaft heraus Unterstützung erfährt.
Trotz der positiven Entwicklung gibt es Herausforderungen. Nachhaltigkeit betrifft alle Abteilungen und erfordert eine enge Zusammenarbeit. Wir sind zwar im Nachhaltigkeitsteam zu zweit, aber wir sind auf die Mitarbeit unserer Kolleginnen und Kollegen angewiesen. Ein wichtiger Aspekt ist daher, bei der Ableitung von Nachhaltigkeitszielen alle im Unternehmen mitzunehmen, Prozesse effizient zu gestalten und niemanden zu überfordern.
Was motiviert Euch, was sind Eure persönlichen Wünsche für die Zukunft der Nachhaltigkeit bei Bausch + Ströbel?
Für uns ist Nachhaltigkeit nicht nur eine berufliche Aufgabe, sondern ein persönliches Anliegen. Es motiviert zu sehen, dass wir mit unseren Maßnahmen wirklich etwas bewirken können – für das Unternehmen, die Menschen und die Umwelt, Nachhaltigkeit bedeutet ja auch, Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen und echte Veränderungen voranzutreiben.
