Wie gesunde Arbeitsplätze unsere Gesellschaft stärken

Mehr als nur Klimaschutz
Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, denken viele sofort an Windräder, Solaranlagen und CO₂-Bilanzen. Doch echter Wandel beginnt dort, wo wir den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Denn was nützt die grünste Firma der Welt, wenn ihre Mitarbeitenden ausgebrannt und unglücklich sind?
Hand aufs Herz: Wer von uns hat nicht schon einmal mit Kopfschmerzen am Schreibtisch gesessen oder sich trotz Erkältung ins Büro geschleppt? Die Zahlen zu Krankheitstagen in deutschen Unternehmen steigen seit Jahren und das hat tiefere Gründe als mangelnde Arbeitsmoral. Die Wahrheit ist: Wo Menschen gerne arbeiten, werden sie seltener krank. Das ist keine Vermutung, sondern durch Studien der AOK belegt. Mitarbeiter*innen in Unternehmen mit nachhaltiger Arbeitskultur fehlen im Schnitt 7,5 Tage weniger pro Jahr. Das sind anderthalb Arbeitswochen mehr Gesundheit pro Person!
"Wer glaubt, ein Unternehmen könne in einer scheiternden Gesellschaft erfolgreich sein, der irrt. Nachhaltige Unternehmen verstehen: Ihr größtes Kapital ist eine gesunde Gemeinschaft."
Prof. Dr. Maja Göpel
Was macht Arbeit gesund?
Stellen Sie sich vor, Sie kommen morgens ins Büro und denken: „Hier will ich sein, was ich tue, macht Sinn.“ Genau dieses Gefühl macht den Unterschied. Nachhaltige Unternehmen schaffen Rahmenbedingungen, in denen Menschen aufblühen, statt auszubrennen:
- Sie geben ihrer Arbeit Bedeutung, die über den Profit hinausgeht
- Sie hören zu, wenn Mitarbeitende Ideen und Bedenken haben
- Sie verstehen, dass wir alle ein Leben neben der Arbeit haben
- Sie investieren in Gesundheit – von ergonomischen Stühlen bis zum Firmensport
Ein hervorragendes Beispiel ist Bosch: Mit ihrem „We Are Bosch“-Programm haben sie nicht nur ihre Krankenquote um 11% gesenkt, sondern auch die Stimmung im Unternehmen spürbar verbessert. Menschen kommen gerne zur Arbeit und das merkt man in allem, was sie tun.

Auch die Seele braucht Nachhaltigkeit
In meinem Freundeskreis häufen sich die Geschichten von Menschen, die unter dem Druck im Job leiden. Die ständige Erreichbarkeit, die Flut an E-Mails, die niemals enden wollende To-do-Liste – all das hinterlässt Spuren. Vorreiter wie die Allianz Deutschland haben das erkannt und ihr „Mental Health Matters“-Programm ins Leben gerufen. Dort lernen Mitarbeitende, wie sie mit Stress umgehen können, und Führungskräfte, wie sie ein gesundes Arbeitsumfeld schaffen.
Der IT-Dienstleister Codecentric macht es vor: flexible Arbeitszeiten, flache Hierarchien, echte Mitbestimmung. Das Ergebnis? Eine Krankenquote unter 3%, weit unter dem Branchendurchschnitt. Die Mitarbeiter*innen brennen für ihre Arbeit, ohne auszubrennen.
"In einer gesunden Unternehmenskultur sind Mitarbeiter*innen keine Ressourcen, die verbraucht werden, sondern Menschen, die wachsen können. Genau dort entsteht der Erfolg von morgen."
Götz Rehn, Gründer von Alnatura